Der Begriff Gewichtsprozent ist veraltet, heute heisst es Massenanteil

Gewichtsprozent - Erklärung des BegriffsGewichtsprozent, abgekürzt Gew.-%, Gew% oder Gew.%, ist die alte Bezeichnung für den Massenanteil eines Gemisches. In Physik und Chemie kommt es bei der Zusammensetzung eines Stoffgemisches oder einer Mischphase darauf an, wie hoch der Anteil eines einzelnen Bestandteils an 100 Gramm des Gemisches ist. Diese Angabe erfolgt in Gewichtsprozent, woraus das tatsächliche Gewicht der einzelnen Bestandteile in Gramm berechnet werden kann. Um eine korrekte Berechnung zu gewährleisten, muss angegeben werden, ob sich die Angabe des Gewichtsprozents beziehungsweise des Massenanteils auf ein Lösungsmittel oder auf eine fertige Lösung bezieht. Der Begriff Gewichtsprozent sollte nicht mit Volumenprozent verwechselt werden.

Von Massenanteil, Massenbruch , Gewichtsprozent und Massenprozent

Wenn sich zwei oder mehr flüssige, feste oder gasförmige Stoffe miteinander vermischen, sprechen Physiker und Chemiker von einer Lösung. Die Zusammensetzung der Lösung wird durch den Massenanteil angegeben, in der Vergangenheit auch Massenbruch genannt. Es handelt sich um die Angabe, wie viel von einer bestimmten Substanz im Verhältnis zur Gesamtmenge in der Lösung vorhanden ist. Dabei wird berechnet, wie viel Gramm eines Stoffes sich in 100 Gramm der Mischung befinden, ein Fall für die Prozentrechnung. Bei großen Mengen kann die Berechnung auch in Kilogramm erfolgen. Häufig unterscheiden die Anwender zwischen Gewichtsprozenten bezogen auf das Trockengewicht beziehungsweise das Feuchtgewicht der zugrunde liegenden Masse.

Früher erfolgte die Angabe in Gewichtsprozent, auch Massenprozent genannt. In der modernen Wissenschaft benutzen Experten diese Angabe nicht mehr, sondern verwenden eine normgerechte Bezeichnung, die sich auf den Massenanteil eines Bestandteils beziehen. An der Berechnung des Gewichtsprozents hat sich jedoch nichts geändert, nur für das Ergebnis wird eine andere Bezeichnung gewählt.

Beispiel: Chemie und Physik

Eine Lösung besteht aus einem Lösungsmittel und einem oder mehreren Zusätzen, die in dem Lösungsmittel aufgelöst werden. Es handelt es sich um ein sogenanntes homogenes Gemisch, bei dem die einzelnen Bestandteil nicht sofort zu erkennen sind. In einer echten Lösung lassen sich die einzelnen Komponenten auch in einer Zentrifuge oder durch Filtration nicht voneinander trennen. Die chemischen Eigenschaften der Lösung unterscheiden sich von den Eigenschaften der einzelnen Bestandteile. So ist der Siedepunkt einer Lösung höher als der Siedepunkt eines reinen Lösungsmittels.

Gewichtsprozente in Lösungen und die Formel dazu

Ein Gemisch aus Wasser und Kochsalz stellt eine Kochsalzlösung dar. In der veralteten Darstellung bedeutet eine 15%ige Kochsalzlösung, dass 15 g Kochsalz in 100 ml Wasser aufgelöst wurden. In der modernen Wissenschaft sprechen Experten davon, dass der Massenanteil der Mischungskomponente Kochsalz 15% beträgt. Als Formel geben die Wissenschaftler an: Wi = 15%.

Baugewerbe

Vor allem im Baugewerbe spielt das Gewichtsprozent eine wichtige Rolle. Jeder einzelne Baustoff in einem Gebäude verfügt über einen Feuchtgehalt, der im Gleichgewicht zu seiner Umgebung stehen sollte. Die sogenannte Gleichgewichtsfeuchte, auch als praktischer Feuchtegehalt oder Ausgleichsfeuchte bezeichnet, stellt sich automatisch ein, wenn ein Neubau ausreichend austrocknet. Baufachleute geben die Gleichgewichtsfeuchte von Holz oder Beton in Massenprozent an, was dem Gewichtsprozent entspricht. Liegt der praktische Feuchtegehalt der Trockenmasse von Holz bei mehr als 15 Masse-%, kann es aufquellen oder von Pilzen und Bakterien durchzogen werden. Bei einer Ausgleichfeuchte von weniger als 15 Masse-% hingegen kann das Holz austrocknen und Risse bekommen.

Brennholz Feuchtigkeit – Feuchtegehalt von Holz für den Ofen

Wer mit Holz heizt weiß: feuchtes Holz brennt schlecht und wärmt auch nicht richtig. Ist es deshalb optimal, den Wassergehalt von Brennholz so gering wie möglich zu bringen? Oder gibt es einen optimalen Gehalt oder einen Optimalbereich? Tatsächlich ist die Verwendung von völlig trockenem Holz für den Verbrennungsprozess nicht optimal. Brennholz sollte nicht mit einem Wasseranteil unter 10 Prozent verheizt werden. Optimal ist ein Feuchtegehalt zwischen 15% und 20% (s. a. DIN EN ISO 17225-2).

Im Winter geerntetes Holz enthält üblicherweise einen Wassergehalt von 50 Gewichtsprozent. Solches Holz ist für die Verwendung in Kaminöfen etc. nicht geeignet. Nach einjähriger überdachter Lagerung beträgt der Wasseranteil meist noch weniger als 20%.

Literatur und #gewichtsprozent

Der Hashtag Gewichtsprozent fristet im Netz ein Kümmerdasein. Gerade mal bei Twitter gibt es einen Eintrag, bei dem sich der Bezug aber offenbar um Spam handelt. Also an alle Laboranten, Chemiker, Studenten, Handwerker und Feuchtemesser: ein kleiner Post zum Thema #gewichtsprozent würde der Übermacht #gewicht in Verbindung mit reduzieren, abnahme gut stehen.
Leider zeigt auch Google Trends für das Suchwort Gewichtsprozent in den letzten Jahren ein abnehmendes Suchinteresse.

Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB): Die gesetzlichen Einheiten in Deutschland

DIN 1310 Zusammensetzung von Mischphasen (Gasgemische, Lösungen, Mischkristalle); Begriffe, Formelzeichen

DIN EN ISO 17225-2 – Biogene Festbrennstoffe – Brennstoffspezifikationen und -klassen – Teil 5: Klassifizierung von Stückholz (ISO 17225-5:2021); Deutsche Fassung EN ISO 17225-5:2021  Ausgabe 2021-11