Auslandsüberweisung – oder normale SEPA-Überweisung?

Auslandsüberweisung - Ratgeber für eine Überweisung ins AuslandBei Überweisungen ins Ausland unterscheidet die Finanzwelt zwischen einer SEPA-Überweisungen und einer herkömmlichen Auslandsüberweisung. SEPA-Überweisungen sind Auslandsüberweisungen an einen Empfänger innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), während Zahlungen nach Übersee und in bestimmte Länder als Auslandsüberweisung ausgeführt werden. Während eine SEPA-Überweisung wie eine Überweisung innerhalb Deutschlands in Auftrag gegeben wird, müssen die Bankkunden bei einer Zahlung in ein Land außerhalb des EWR besondere Formvorschriften und Bedingungen, wie die AWV Meldepflicht beachten. Für Überweisungen ins Ausland ist kein eigenes Konto im Ausland nötig, ein Transfer ist auf jedes beliebige Konto möglich. Besonders beliebt sind bargeldlose Zahlungen in die USA. Unternehmen unterhalten für Auslandszahlungen üblicherweise eigene Devisen-Geschäftskonten.

SEPA-Überweisungen

SEPA steht für Single Euro Payments Area, dem gemeinsamen Euro-Zahlungsverkehrsraum des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Länder Monaco und der Schweiz. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes unter  wird der Europäische Wirtschaftsraum als Zusammenschluss aller Mitgliedsstaaten der EU sowie der Länder Norwegen, Island und Liechtenstein erklärt. Auch Zahlungen auf die Azoren und nach Madeira als Teile Portugals, nach Französisch-Guayana, Martinique, Guadeloupe und Reunion als Überseedepartments Frankreichs und auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln werden als SEPA-Überweisungen ausgeführt.

Die standardisierten SEPA-Überweisungen erfolgen in Euro. Wenn ein Kontoinhaber mit seiner Bank Online-Banking vereinbart hat, kann er SEPA-Überweisungen ins Inland und ins Ausland auch online in Auftrag geben. Folgende Angaben muss eine SEPA-Überweisung enthalten:

  • Die Kontonummer des Auftraggeberkontos. Falls ein Kontoinhaber mehrere Girokonten  bei einer Bank unterhält, muss er wählen, von welchem Konto der Betrag abgebucht werden soll.
  • den Namen des Zahlungsempfängers
  • die IBAN des Zahlungsempfängers
  • Noch bis Februar 2016 den BIC der kontoführenden Bank, vergleichbar mit der deutschen Bankleitzahl.
  • den Überweisungsbetrag
  • Optional einen Verwendungszweck. Häufig ist dieser Bereich auf eine bestimmte Anzahl von Zeichen begrenzt.
  • Bei einer vordatierten Überweisung das Ausführungsdatum. In der Regel ist in der Online-Maske der nächstmögliche Ausführungstermin voreingestellt.

IBAN die internationale Kontoadresse

IBAN ist die Abkürzung für International Bank Account Number. Es handelt sich um eine in allen Ländern gleich aufgebaute Kontonummer, die in Deutschland die Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl abgelöst hat. Noch haben nicht sämtliche Staaten der Welt die IBAN eingeführt, aber die Zahl der beteiligten Länder steigt beständig an.

So ist die IBAN aufgebaut:

  • Zu Beginn stehen zwei Buchstaben als Ländercode gemäß ISO 3166-1, in Deutschland „DE“.
  • Es folgen zwei Prüfziffern gemäß ISO 7064.
  • Es schließen sich bis zu 30 Ziffern oder Buchstaben an, aus denen die kontoführende Bank sowie die Kontonummer des Empfängers eindeutig abzuleiten sind.

Nicht jedes Land führt IBAN-Nummern in der vollen Länge von insgesamt 34 Stellen. In Deutschland setzt sich die IBAN aus dem Ländercode, der zweistelligen Prüfziffer, der früheren Bankleitzahl und der früheren Kontonummer zusammen. Die Kontonummer muss zehn Stellen umfassen. Falls dies bei der alten Kontonummer nicht der Fall war, wird zwischen die Bankleitzahl und die Kontonummer eine entsprechende Anzahl an Nullen gesetzt. Insgesamt umfasst beispielsweise die deutsche IBAN 22 Stellen, in der Schweiz sind es 21 Stellen und in Frankreich und Italien jeweils 27 Stellen.

Auslandsüberweisungen in Nicht-EWR-Staaten

Überweisung in Nicht-EWR-Staaten oder in einer anderen Währung als Euro können nicht als SEPA-Überweisung erfasst werden. Stattdessen muss der Zahlungspflichtige die klassische Auslandsüberweisung wählen, für die die Banken ein spezielles Auslandsüberweisung Formular bereithalten. Das Auslandsüberweisungsformular ist unter der Bezeichnung „Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr“ zu finden. Die Online-Eingabe einer herkömmlichen Auslandsüberweisung ist bei zahlreichen Kreditinstituten ebenfalls möglich. Neben den Angaben, die auch für eine SEPA-Überweisung ins Ausland eingegeben werden, muss der Auftraggeber bei einer Zahlung ins außereuropäische Ausland weitere Daten bereithalten:

  • die SWIFT-Adresse der Empfängerbank, auch BIC genannt
  • seine eigene Adresse
  • die Anschrift des Empfängers
  • die Adresse der Empfängerbank

SWIFT ist die Abkürzung für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, während BIC für Business Identifier Code steht. Die Aufgabe von SWIFT besteht in der Weiterleitung von Nachrichten und Zahlungen zwischen Finanzinstituten in aller Welt über das SWIFT-Netz, das aus besonders sicheren Telekommunikationsverbindungen besteht. Über den BIC-Code, der der SWIFT-Adresse entspricht, kann jedes beteiligte Unternehmen eindeutig bestimmt werden. Jeder BIC besteht entweder aus acht oder aus elf Zeichen, die sich aus Ziffern oder Buchstaben zusammensetzen. Bei Nicht-EWR-Staaten müssen für eine Auslandsüberweisung IBAN und BIC angeben werden. Das unterscheidet die klassische Auslandsüberweisung von der SEPA-Überweisung, bei der die Angabe des BIC ab 1. Februar 2016 nicht mehr notwendig ist.

Amerika: Auslandsüberweisung USA

Bei einer Auslandsüberweisung in die USA müssen die Bankkunden beachten, dass viele Zahlungsempfänger in den USA nicht über IBAN oder BIC verfügen, da zahlreiche amerikanische Banken nicht dem SWIFT/BIC-System angeschlossen sind. In diesen Fällen muss eine Auslandsüberweisung nach Amerika eine neunstellige Nummer enthalten, die unter einer der folgenden Bezeichnungen zu finden ist:

  • Fedwire-Nummer oder Fedwire-Code
  • ABA-Nummer (American Bankers Association)
  • ABA Transit Number
  • Bank Routing Number
  • Transit ABA
  • Routing ABA Number
  • Bank Transit Number
  • RTN (Routing Transit Number)

Bei Beauftragung der Überweisung kann der Zahlungspflichtige entscheiden, ob er die Zahlung von seinem Konto in Euro oder von einem Währungskonto, das auf US-Dollar lautet, ausführen möchte. Bei der Belastung eines Euro-Kontos nimmt die Bank den Devisentausch zum aktuellen Geldkurs vor (hier gibt es aktuelle Dollar Euro Kurse). Da in den USA Scheckzahlung sehr geläufig sind, kann der Auftraggeber außerdem auswählen, ob der Betrag auf das Konto des Empfängers überwiesen werden soll oder ob die amerikanische Partnerbank der deutschen Hausbank einen Scheck ausstellen und dem Begünstigten zusenden soll. Dabei haften die Banken jedoch nicht für auf dem Postweg verlorene Schecks oder für Schecks, die gestohlen werden.

Dauer: Wann kommt das Geld beim Empfänger an?

Um die Dauer von Auslandsüberweisungen zu bestimmen, kommt es darauf an, ob es sich um eine SEPA-Überweisung oder eine klassische Auslandsüberweisung handelt. Für SEPA-Überweisungen in Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums in Euro oder in anderen EWR- Währungen sind die Kreditinstitute verpflichtet, diese Fristen einzuhalten:

  • Euro-Überweisungen beleglos, d.h. online oder elektronisch: maximal ein Bankgeschäftstag
  • Euro-Überweisungen mit Beleg: maximal zwei Bankgeschäftstage
  • Überweisungen in anderen Währungen des EWR, sowohl beleglos als auch mit Beleg: maximal vier Bankarbeitstage

Zu den anderen EWR-Währungen gehören:

Andere Auslandsüberweisungen, die nicht im SEPA-Format abgewickelt werden, dauern mehrere Tage bis vereinzelt zu mehreren Wochen, bis das Geld beim Empfänger ankommt. Die Auslandsüberweisungen Dauer hängt unter anderem davon ab, ob die Bank des Auftraggebers direkt mit der Bank des Empfängers zusammenarbeitet oder ob ein drittes Institut für die Abwicklung der Zahlung zwischengeschaltet wird.  

Gebühren: Was kostet eine Auslandsüberweisung?

Die Gebühren einer Auslandsüberweisung als SEPA-Überweisung liegen entweder bei null Euro oder die kontoführende Bank berechnet gemäß ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis eine geringe Gebühr. Anders sieht es bei den Auslandsüberweisung Kosten bei einer Zahlung in Nicht-EWR-Staaten aus. Hier hat der Auftraggeber die Wahl zwischen:

  • OUR
  • BEN
  • SHA oder SHARE

Die Angabe „Our“ bedeutet, dass der Zahlungspflichtige sowohl die Auslandsüberweisung Gebühren seiner eigenen Bank als auch die der Empfängerbank trägt. So stellt der Auftraggeber sicher, dass der Empfänger den vollen Betrag ohne Abzüge erhält. Gleichzeitig stellt die Wahl „Our“ die teuerste Variante für den Zahlungspflichtigen dar. „Ben“ besagt, dass der Empfänger sämtliche Gebühren für die Auslandsüberweisung zu tragen hat. Diese Angabe sollte mit dem ausländischen Geschäftspartner vorher abgesprochen werden, da er einen geringeren Betrag erhält als vertraglich ausgemacht. Bei der Variante „Share“ teilen sich die Beteiligten die Auslandsüberweisung Gebühr: Der Zahlungspflichtige trägt die Kosten seiner Bank und der Zahlungsempfänger muss die Gebühren der ausländischen Bank (oder Banken bei Einschaltung einer Korrespondenzbank) tragen.

Kunden einer Genossenschaftsbank in Deutschland profitieren mit dem bankeigenen Zahlungssystem TIPANET von günstigeren Gebühren, als wenn eine klassische Auslandsüberweisung per SWIFT ausgeführt wird. Über TIPANET können Zahlungen in die USA, in die Schweiz, nach Liechtenstein und in die Tschechische Republik ausgeführt werden.

Alternativen zu einer Banküberweisung

Statt einer Auslandsüberweisung als Banküberweisung können sich Zahlungspflichtige auch für einen Transferanbieter für Auslandszahlungen entscheiden. Häufig berechnen diese Zahldienste eine geringere Gebühr für die Auslandsüberweisung oder sie legen einen günstigeren Devisenkurs zugrunde:

  • Paypal (wenn der Empfänger ebenfalls ein Paypal-Konto besitzt)
  • MoneyGram
  • TransferWise
  • Western Union
  • Azimo
  • Skrill

 

Ähnliche Artikel

Vergleich von Fremdwährungskonten

Rubel Euro Rechner – bei Überweisungen nach Russland