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Nachteile & Bedenken & Probleme bei RFID Systemen

Begriff - Definition - Erklärung - Information

 

 

 

Der Einsatz der RFID-Technik ruft Bedenken hervor und wird vor allem hinsichtlich folgender Punkte kritisiert:

      • Mangelnder Datenschutz,
      • Probleme bei der technischen Realisierung und
      • Belastung der Umwelt

 

Technische Schwierigkeiten

Die Übertragung von Informationen mit Radiowellen ist störanfällig, wenn in den entsprechenden Frequenzbereichen Metall oder Flüssigkeiten in der Nähe sind. Metall kann die Einwirkung von elektromagnetischen Feldern auf die Transponder schwächen und so Fehlfunktionen verursachen. Bei Kassensystemen können beispielsweise metallische Einkaufswagen die Erfassung der Waren behindern. Wasser und andere Flüssigkeiten sind für RFID-Systeme im Mikrowellenbereich störend, weil die Flüssigkeit Energie absorbiert. Auch das Auslesen der auf dem Chip gespeicherten Informationen kann technische Schwierigkeiten bereiten. Häufig darf nämlich der Transponder nicht zu schnell am Lesegerät vorbeigeführt werden, da die Lesegeschwindigkeit je nach System eingeschränkt ist.

 

Belastung der Umwelt

Nicht mehr benötigte Transponder oder Transponder, die an Müllprodukten angebracht sind, verursachen Müll, der aus Kupfer, Aluminium, Silber, Kunststoff und anderen Materialien besteht. Zwar ist der Transponder selbst nur ein sehr kleiner und leichter Gegenstand, die zukünftig zu erwartende große Anzahl an Transpondern führt jedoch dazu, dass zusätzlicher Sondermüll entsteht. Die US-Umweltbehörde Office of the Environmental Executive (OFEE) befürchtet, dass die Mengen an elektronischen Etiketten Schäden an Kläranlagen und Müllentsorgungssystemen verursachen. Zur Zeit besteht aufgrund des eingeschränkten Einsatzes der RFID-Technik diese Gefahr zwar noch nicht. Werden jedoch die Barcodes im Einzelhandel komplett ersetzt, dann sind Milliarden an Transpondern zu entsorgen, die sich z. B. auf T-Shirts, Zahnpasta und Eierschachteln befinden. Die bestehenden Entsorgungs- und Recyclingsysteme könnten durch die Schwemme an Transpondern überfordert werden. Das OFEE fordert daher, mögliche Folgen des RFID-Einsatzes zu untersuchen. Als problematisch gilt, dass sich die Transponder nicht einfach von den Produkten lösen lassen. Darum würden Müllprodukte, die nach Plastik, Papier, Glas, Stoff und anderen Materialien sortiert  werden, auch immer einen Anteil an elektronischem Müll enthalten. Dies würde die weitere Entsorgung bzw. das Recycling erschweren. Transponder könnten sich zudem beim Waschen von den Textilien lösen und so ins Abwasser gelangen und den Betrieb der Kläranlagen beeinträchtigen.  Es sind daher noch viele Fragen zu klären, etwa welche Auswirkungen die Kupferantennen, Silberleiterbahnen, Isolierkunststoffe und andere Transpondermaterialien auf die Umwelt haben und welche Störungen sie in den Recyclingprozessen verursachen, wie häufig sich Transponder von Textilien ablösen, mit welchen Mengen an elektronischem Müll durch den Einsatz der RFID-Technik im Abwasser zu rechnen ist und wie hoch die Belastungsgrenze der Klärsysteme ist.

Andererseits könnte die RFID-Technik in der Abfallwirtschaft genutzt werden und zu mehr Umweltschutz beitragen. Indem nämlich Waren mit Transpondern gekennzeichnet sind, könnte die RFID-Technik ein schnelleres und materialgenaues Recycling ermöglichen.

Die RFID-Technik ist neben vielen anderen, wie Bluetooth, WLAN und Mobilfunktechnik eine weitere Quelle elektromagnetischer Strahlung, deren Auswirkungen auf den Menschen Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind. Ein Vorteil der RFID-Technik ist, dass die passiven Transponder selbst nicht strahlen, und nur im Bereich der Lesegeräte Strahlung auftritt. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat sich mit Warensicherungsanlagen in Kaufhäusern, die die RFID-Technik verwenden und dort den Diebstahl von Waren verhindern sollen, befasst und weist darauf hin, dass im Bereich niederfrequenter Felder und im Kurzwellenbereich Pulsspitzen mit einer magnetischen Flussdichte gemessen wurden, die über den der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) empfohlenen Referenzgrenzwerten für die allgemeine Bevölkerung liegen. Eine gesundheitliche Gefährdung für die allgemeine Bevölkerung besteht jedoch insbesondere aufgrund der in der Regel sehr kurzen Expositionsdauer nicht. Für die Träger aktiver oder passiver Körperhilfen (wie z. B. Herzschrittmacher, Infusionspumpen oder metallische Implantate) werden hingegen vom Bundesamt für Strahlenschutz besondere Vorsichtsmaßnahmen für notwendig erachtet. Dieser Personenkreis sollte sich beim behandelnden Arzt darüber informieren, ob bei ihrem Gerät eine Beeinflussung durch Warensicherungsanlagen möglich ist. Außerdem sollten sich diese Personen vorsichtshalber nie länger als unbedingt nötig im Feldbereich aufhalten, d.h. die Anlagen sollten so zügig wie möglich durchschritten werden und im Fall von Warteschlangen im Kassenbereich sollten sich die betroffenen Personen nicht zwischen den Detektoren aufhalten. Das Bundesamt für Strahlenschutz fordert, um das Risiko einer Beeinflussung von aktiven und passiven Körperhilfen durch Warensicherungsanlagen so weit wie möglich zu minimieren, dass die Träger von medizinischen Implantaten verstärkt auf mögliche Beeinträchtigungen durch solche Anlagen aufmerksam gemacht werden, und dass Hersteller, aber auch Krankenkassen und Ärzte den betroffenen Patienten geeignete Informationen zur Verfügung stellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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