Deutsche Sparer profitieren von der Leitzinserhoehung 2011 aber erleiden trotzdem Kaufkraftverlust

Die EZB erhöht die Leitzinsen auf 1,5%
Der Präsident der EZB, Trichet, hat am 07.07.2011 auf der lang erwarteten Pressekonferenz mitgeteilt, dass die Leitzinsen für die EU Währungsunion von 1,25% auf 1,5% angehoben werden.

 Näheres ist im Pressetext auf http://www.ecb.int/press/pressconf/2011/html/is110707.en.html zu finden.

Für deutsche Sparer wird dieser Schritt angenehme Folgen haben.
Damit wird der Zinsabstand von den USA zum Euroland noch größer, denn Ben Bernanke hatte auf der letzten FED Sitzung die Zinsen konstant, also nahe bei Null gehalten. Gleichzeitig hat er angekündigt, die Zinsen noch länger nicht zu erhöhen.

Was folgt für die deutschen Sparer aus der augenblicklichen Zinssituation?
Mit einem Satz: Die Zinsen werden steigen. Und zwar sowohl bei Tagesgeld als auch für die Kreditnehmer bei den Dispozinsen und den Kreditzinsen. Noch am selben Tag der EU Pressekonferenz hat die Cortal Consors Bank die Zinsen für Tagesgeld auf 2,6% angehoben, womit das Angebot aktuell die Marktführung übernimmt. Aufgrund der Äußerungen von Herrn Trichet, gehen die Analysten von einer weiteren Anhebung des Leitzinses zum Jahresende 2011 aus, was zu einer weiteren Anhebung der Zinsen für Tagesgeld und Festgeld führen wird.

Top Tagesgeld bei Cortal Consors


Können die deutschen Sparer jetzt frohlocken?
Die Antwort auf diese Frage hängt von der Perspektive ab: Natürlich ist verbessert sich die Situation gegenüber der vor der Leitzinserhöhung. Aber der Realzins ist in Deutschland immer noch negativ. Sparer, die Ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto parken, oder in Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren angelegt haben, können nicht einmal die Kaufkraft ihrer Geldanlage sichern.

Wieso bleibt auch nach der Leitzinserhöhung für den Sparer unter dem Strich, real nichts übrig?
Deshalb, weil da noch die Abgeltungssteuer und die Inflationsrate zu berücksichtigen sind.
Denn die Formel

(Rendite der Kapitalerträge – Abgeltungssteuersatz) -Inflationsrate = reale Rendite nach Steuern

liefert aktuell Immer noch einen negativen Zahlenwert. Schließlich greift sich der deutsche Fiskus schon einmal 25% der Zinserträge gleich an der Quelle ab. Die Abgeltungssteuer wird nämlich gleich von den Banken an das Finanzministerium überwiesen.
In Deutschland liegt die Inflationsrate in 2011 bisher bei durchschnittlich 2,2% mit der Tendenz einer leichten Zunahme. Allerdings ist diese offiziell ermittelte Rate nicht unbedingt die individuelle Rate, die je nach den Konsumgewohnheiten deutlich höher liegen kann.

Die aktuelle Rechnung:
Von den 2,6% Tagesgeldzinsen gehen 0,65% Abgeltungssteuer ab, macht 1,95% -2,3% Inflationsrate ergibt eine reale Rendite von -0,25% (dabei wurden die Abzüge des Soli und der Kirchensteuer noch nicht berücksichtigt.

Eigentlich müßten aufgrund der brummenden Wirtschaft und der Inflationsrate in Deutschland die Zinsen bei rund 3% liegen. Da die Bundesbank aber die Kompetenz für eine Leitzinserhöhung aufgrund der Währungsunion an die EZB abgegeben hat ist eine Zinsanhebung nur durch Letztere möglich. Die EZB wiederum muß auch Rücksicht auf die schwache Wirtschaft in den Peripheriestaaten nehmen. Mit jedem Zinsanstieg können sich diese Staaten noch schlechter als ohnehin am Markt finanzieren.

Deshalb finanzieren deutsche Sparer zusätzlich zu den bereits erheblichen finanziellen Transferleistungen des deutschen Steuerzahlers im Rahmen der diversen Euro Rettungspakete hinaus, mit negativen Realzinsen die EU Währungsunion.

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