Fremdwährungskonto Vergleich – Vorteile, Nachteile, Tipps, Hilfe zum Dollar Konto & Co

Fremdwährungskonto - Vergleich der Vorteile, Nachteile und Kaufkosten. Ein Ratgeber

Während versierte Anleger sich durchaus Gedanken darüber machen, wie sie ihr Kapital auch in anderen Währungen, beispielsweise auf einem Dollar Konto anlegen, kommen für die meisten Sparer üblicherweise nur Anlagen in Euro infrage. Hier stehen Tagesgeld und Festgeld ganz vorn in der Anlegergunst. Dabei ist ein Fremdwährungskonto eigentlich auch ein Tagesgeldkonto, nur mit dem Unterschied, dass die Währung eine ausländische ist. Damit folgt auch gleich der nächste große Unterschied: Auf einem Devisenkonto kann das das eingesetzte Kapital auch weniger werden. In unserem Fremdwährungskonto Vergleich erklären wir Ihnen die verfügbaren Angebote und analysieren die Vor- und Nachteile der Konditionen.

Währungen unterliegen zum Teil relativ großen Kursschwankungen, es gilt: Je exotischer die Devise, desto größer die Variabilität. Aber: auch die große Leitwährung, der US Dollar zeigt gegenüber fast allen Devisen in letzter Zeit eine hohe Variabilität. Trotzdem steht das Dollar Konto in Deutschland bei den Währungskonten vom Anlagevolumen her, an 1. Stelle.
Für Anleger ein Vorteil: Üblicherweise ist ein Fremdwährungskonto kostenlos, die Kontoführung ist gebührenfrei. Die Kreditinstitute bieten ein solches Konto auch unter Devisenkonto oder Währungskonto an.
Einige Banken eröffnen das Konto in fremder Währung nur dann, wenn der Kontoinhaber auch ein Girokonto in Euro oder ein Depot bei ihnen unterhält. Bei anderen Anbietern dagegen ist die Führung eines weiteren Kontos keine Voraussetzung für die Eröffnung eines Fremdwährungskontos.

Welche Fremdwährungen werden angeboten

Zu den häufig nachgefragten Währungen für ein Devisenkonto zählen:
US-Dollar (USD)
Britisches Pfund (GBP)
Japanischer Yen (JPY)
Schweizer Franken (CHF)
Australischer Dollar (AUD)
Neuseeland Dollar (NZD)
Norwegische Kronen (NOK)
Schwedische Krone (SEK)

Kostenlos – gebührenfreie Kontoführung für Privatkunden

Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzprodukten ist die Führung eines Fremdwährungskontos für Privatkunden kostenlos. Die folgende Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis der comdirect.

Beispiel für ein kostenloses Fremdwährungskonto aus dem Preis- Leistungsverzeichnis der comdirect

Sollte Ihnen eine Bank für den Kontounterhalt und die Kontoverwaltung Gebühren berechnen, lohnt sich ein Gespräch mit einem Bankmitarbeiter unter Hinweis auf die Situation bei den Wettbewerbern. Falls Ihre Bank weiterhin auf ein Entgelt besteht, ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter zu empfehlen. In der folgenden Übersicht sind die wichtigsten Anbieter und die Gebühren für die Kontoführung angegeben.

Banken & Broker mit mehreren Währungen Kontoführung 
comdirect kostenlos
Consorsbank kostenlos
flatex kostenlos
maxblue kostenlos
S-Broker kostenlos
Banken mit nur USD Währung
BlueOrange kostenlos
FirstSave kostenlos
Greensill Bank kostenlos
IKB kostenlos
pbb direkt kostenlos
Volksbank Lübeck kostenlos
Bank nur NOK Währung
BN Bank kostenlos

Details zu den Konditionen der einzelnen Anbieter finden Sie in unserem Fremdwährungskonto Vergleich.

Anlagestrategien & Anlagedauer bei Währungskonten

Fremdwährungskonten eignen sich aufgrund der Kostenstruktur beim Kauf nicht für den Intraday Handel oder für einen sehr kurzen Anlagehorizont. Anleger, die Kapital nur Short Term anlegen, nutzen dazu üblicherweise andere Finanzprodukte, wie Optionsscheine, Forex oder den CDF Handel. Diese Produkte kommen aber aufgrund von eingesetzten Hebeln nur für erfahrende Trader infrage. Sparer eröffnen ein Fremdwährungskonto meist mit dem Ziel, langfristig von Kursgewinnen zu profitieren und dazu vielleicht noch Zinsen zu erhalten.

Die Auswahl der Währungen, in den das Konto geführt werden kann, hängt teilweise von den weltweiten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ab. So zeichnet sich zum Beispiel Norwegen durch eine niedrige Staatsverschuldung aus, weshalb eine Geldanlage in NOK als weniger risikoreich gilt als in anderen Währungen. Beim US-Dollar handelt es sich um eine historische Leitwährung, von der sich viele Anleger aus aller Welt eine besondere Sicherheit versprechen. In jedem Fall müssen sich die Kontoinhaber eines Devisenkontos immer bewusst sein, dass ihr Guthaben dem Risiko von Kursschwankungen unterliegt. Gleichzeitig kann sich der volatile Devisenmarkt als Turbo für die Rendite von Währungskonten erweisen, wenn die Kursentwicklung günstig für den Kontoinhaber verläuft.

Passive Anleger

Kontoinhaber, die sich nicht um die Devisenanlage kümmern wollen haben meist einen längeren Anlagehorizont als aktive Anleger.

A. Diese Gruppe diversifiziert ihr Portfolio zu einem gewissen Prozentsatz in Devisen auf einem Fremdwährungskonto kurzfristige Kursgewinne stehen dabei nicht im Vordergrund. Es geht um eine langfristige Geldanlage um Kapital unterzubringen und eine Chance auf eine höhere Rendite als mit Staatsanleihen zu erhalten.

B. Bei dieser Anlegergruppe steht weniger das strategische Investment, als vielmehr ein Kursgewinn im Vordergrund.

Aktive Anleger

Bei dieser Kohorte geht es weniger um Laufzeit, als vielmehr um einen möglichst hohen Ertrag. Dazu beschäftigt sich der Investor aktiv mit dem Marktgeschehen und den vielen Einflussfaktoren auf das im Fremdwährungskonto gehaltene Währungspaar. Ist das avisierte Kursziel erreicht, wird die Fremdwährung verkauft.

Vorteile von Währungskonten

  • Diversifikation des Kapitals in einer Fremdwährung und Absicherung gegenüber möglichen Problemen des Euro (Eurokrise)
  • Potenzial auf Kursgewinne, in Abhängigkeit von der Laufzeit auch zweistellig
  • Relativ geringe Kaufkosten, wenn sich der Anleger vorab informiert und online ordert

Nachteil von Währungskonten

  • Währungskursverluste, auch schnell im zweistelligen Bereich möglich
  • Die Einflussfaktoren auf den Kursverlauf des Devisenpaares sind oft nur schwer einzuschätzen
  • Notenbanken können durch Presseerklärungen innerhalb von Minuten Währungskurse beträchtlichen beeinflussen

Angebote: Banken mit Fremdwährungskonten

Diese Banken bieten online Devisenkonten an: Benk, DAB Paribas (nur Geschäftskunden), comdirect, Consorsbank, flatex, maxblue, S Broker. Die Kontoeröffnung kann üblicherweise direkt auf der Webseite der Bank erfolgen. Bei einigen Banken ist es nicht möglich, Fremdwährungskonto als eigenständiges Produkt zu eröffne, es wird dann parallel ein Depot oder ein Girokonto mit eröffnet. Der Hintergrund dafür liegt darin, dass für die Abrechnungen der Währungstransaktionen ein weiteres Konto benötigt wird.

comdirect

Die comdirect gehört bei den Währungskonten zu den großen Anbietern für Privatkunden. Die Bank bietet ihren Kunden mit 12 Devisen ein umfängliches Angebot, dass nur von wenigen Wettbewerbern, wie der S-Broker erreicht wird. Das Fremdwährungskonto wird als Währungsanlagekonto bezeichnet. TRY, ZAR und AUD Einlagen werden verzinst. Diese Währungen können gehandelt werden:

Währung Kurzform Zins-Konditionen
Türkische Lira TRY 4,0 %.
Südafrikanischer Rand ZAR 2,0 %
Australischer Dollar AUD 1,0 %.
Ungarischer Forint HUF 0,0 %.
Polnischer Zloty PLN 0,0 %
Norwegische Krone NOK 0,0 %
Britisches Pfund GBP 0,0 %
Japanischer Yen JPY 0,0 %
Kanadischer Dollar CAD 0,0 %
Mexikanischer Peso MXN 0,0 %
Schwedische Krone SEK 0,0 %
US-Dollar USD 0,0 %

Quelle: comdirect.de

Voraussetzung für eine Fremdwährungskonto Eröffnung ist, dass das Konto privat genutzt wird.
Dollar Überweisungen möglich: US Dollar können sogar weltweit auf andere Konten überwiesen werden. Solche Transaktionen sind für Privatkunden von US Devisenkonten bei anderen Banken kaum möglich.
Kosten: Der An- und Verkauf von Devisen erfolgt zum Währungskurs der Commerzbank. Zusätzlich wird pro Transaktion ein Konvertierungsentgelt von 1% erhoben. Neukunden können hier ein Konto eröffnen.

ING Diba, DKB und Onvista Bank ohne Angebot

Viele Interessenten und auch Bestandskunden suchen vergeblich bei der ING, der Deutschen Kreditbank (DKB) und der Onvista Bank nach Fremdwährungskonten. Keine der 3 Institute hat ein entsprechendes Produktangebot.

Größeres Angebot bei den Filialbanken

Das Angebot wird größer, wenn Filialbanken mit berücksichtigt werden. So können bei Filialen der von Deutschen Bank oder der Sparkasse entsprechende Devisenkonten eröffnet werden. Obwohl vielfach nachgefragt, ist es für Privatkunden nicht möglich, bei der Commerzbank, der HypoVereinsbank oder der ING DiBa ein Fremdwährungskonto zu eröffnen.

Dollar Konto

Der Dollar ist die bekannteste Währung weltweit. Viele Rohstoffe wie Öl und Gold werden in USD notiert und gehandelt. Privatkunden nutzen ein Dollar Konto um damit auf Währungsgewinne zu spekulieren, oder um höhere Zinsen als auf Euro Einlagen zu generieren. Für international agierende Unternehmen sind Dollarkonten dagegen als Abrechnungs- und Zahlungskonten wichtig.

Für Privatkunden ist das Angebot in den letzten Jahren zunehmend größer geworden. Daran haben auch Zinsportale wie Weltsparen einen großen Anteil. Der Anleger kann zwischen Tagesgeld und Festgeld Dollar Konten wählen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Dollarkonto in Deutschland: Angebote Tagesgeld oder Festgeld für Privatkunden

Tagesgeld Festgeld
comdirect BlueOrange
Consorsbank Consorsbank
flatex FirstSave
IKB Greensill Bank
maxblue IKB
pbb direkt pbb direkt
S-Broker Volksbank Lübeck
Volksbank Lübeck

Geschäftskonto

Geschäftsleute nutzen ein Devisenkonto sowohl zur Geldanlage als auch zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit ausländischen Geschäftspartnern. Sowohl für Exporteure als auch für Importeure bietet ein Währungskonto den Vorteil, dass sie die Preiskalkulation ohne Berücksichtigung von Schwankungen der Devisenkurse durchführen können. Das vereinfacht die Angebotserstellung ebenso wie die Buchhaltung eines Unternehmens. Bekannte Anbieter sind die Sparkassen, beispielsweise die Sparkasse Holstein.

Wenn eine Geldanlage auf dem Fremdwährungskonto einer Firma verzinst wird, erhöhen die Zinsen den Geschäftsgewinn. Das kann zu einer Erhöhung der Gewerbesteuer und anderer gewinnabhängigen Abgaben des Unternehmens führen. Außerdem beinhaltet jedes Konto in einer anderen Währung als Euro ein Wechselkursrisiko, wodurch sich auch finanzielle Verluste ergeben können. Auch dies müssen die Betriebe in ihren Büchern entsprechend berücksichtigen.

Zahlungseingänge auf einem Fremdwährungskonto als Geschäftskonto können sowohl durch Umbuchung von anderen Konten der Firma als auch durch Überweisungen aus dem Ausland und durch die Einreichung von Schecks in Fremdwährung erfolgen. Bei den meisten Banken sind Einzahlungen oder Auszahlungen von Bargeld nicht möglich. Das Unternehmen kann aber die Ausstellung einer Kreditkarte beantragen. So können Geschäftsleute das Konto auch auf Geschäftsreisen zur Zahlung ihrer Rechnungen nutzen.

Überweisungen von einem Devisenkonto sind nur in der Währung möglich, in der das Konto geführt wird. Manche Banken bieten den Kontoinhabern jedoch die Möglichkeit, Beträge von dem Fremdwährungskonto nicht nur in Euro zu konvertieren, sondern in eine andere Fremdwährung. Dazu muss das Unternehmen aber über ein weiteres Währungskonto in der Zielwährung verfügen, dem der konvertierte Betrag gutgeschrieben wird.

Wichtige Punkte bei der Eröffnung eines Devisenkontos durch Privatpersonen

Insgesamt sollten private Interessenten für ein Währungskonto auf folgende Punkte achten:

  • Berechnet die kontoführende Bank Kontoführungsgebühren?
  • Muss eine Mindestsumme eingezahlt werden?
  • Wie hoch ist das Konvertierungsentgelt für die Devisenkäufe und Devisenverkäufe?
  • Von einem Währungskonto als Anlagekonto ist keine Überweisung ins Ausland möglich!
  • Wird die Geldanlage auf dem Währungskonto verzinst?
  • Die Zinsen auf dem Währungskonto werden unter Umständen mit Steuern belastet!

Einige Banken verlangen einen Mindestbetrag, der sich als Guthaben in Fremdwährung auf dem Konto befinden muss. Während manche Anbieter lediglich umgerechnet 500 Euro auf dem Konto sehen möchten, kann der Mindestbetrag bei anderen Banken auf den Gegenwert von bis zu 25.000 Euro ansteigen. Anlegern, denen die geforderte Summe zu hoch ist, können sich stattdessen für den Kauf von Zinszertifikaten entscheiden, die in der gewünschten Währung angeboten werden. Die Anleger sollte aber darauf achten, dass Zinszertifikate nicht der offiziellen Einlagensicherung unterliegen, wie es bei Währungskonten der Fall ist. Sofern ein Devisenkonto bei einer Bank mit Sitz innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) geführt wird, ist das Guthaben bis zu umgerechnet 100.000 Euro gegen eine Insolvenz der Bank abgesichert.

Kosten: Konvertierungsgebühr als wesentliche Kostenquelle

Die Konvertierungsgebühr ist der wichtigste Kostenfaktor, den Kontoinhaber eines Kontos in Fremdwährung beachten sollten. Der Anlagebetrag in Euro wird in die Fremdwährung ungerechnet, indem der Anleger Euro verkauft und dafür eine andere Währung kauft. Einige Anbieter berechnen eine Pauschale von bis zu 1 % des Betrages als Konvertierungsentgelt. Es gibt aber auch Anbieter, die komplett auf das Konvertierungsentgelt verzichten und die sich mit der Geld-Brief-Spanne der Devisenkurse, auch als Spread bezeichnet, als Gebühr begnügen. Neben den Gebühren für den Devisenhandel ist auch entscheidend, zu welchem Kurs die Transaktionen abgerechnet werden. Zahlreiche Banken legen den Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Abrechnung zugrunde, der werktäglich auf der Internetseite www.ecb.europa.eu veröffentlicht wird. Große Geldinstitute setzen auch ein eigenes Fixing fest, zu dem die Devisentransaktionen ihrer Kunden abgerechnet werden. Diese Kurse für fremde Währungen fallen für die Bankkunden in der Regel schlechter aus als der Mittelkurs der EZB.

Üblicherweise kein Zahlungsverkehr

Das Fremdwährungskonto einer Privatperson als Anlagekonto dient nicht dem allgemeinen Zahlungsverkehr. Das müssen Kontoinhaber beachten, die planen, die Miete für ein Ferienhaus oder die Zahlung für im Ausland gekaufte Waren über das Konto laufen lassen möchten. Die Kreditinstitute geben zwar an, dass die Guthaben auf dem Devisenkonto täglich verfügbar sind. Das bedeutet aber nur, dass der Kontoinhaber täglich die fremde Währung verkaufen und dafür eine Gutschrift in Euro erhalten kann. Ein Ausnahme macht die comdirect, die von US Währungskonten Überweisen innerhalb von Deutschland und auch weltweit ermöglicht.

Zinsen?

Nicht jede Bank zahlt Zinsen für Guthaben auf einem Devisenkonto. Einige Anleger entscheiden sich trotzdem dafür, einen Teil ihres Vermögens in fremder Währung anzulegen, weil sie einen Verfall des Euro befürchten. Wenn es sich um eine unverzinste Geldanlage handelt, kann der Kontoinhaber trotzdem einen Gewinn erzielen, indem er Kursschwankungen der Devisen nutzt. Bei einem rechtzeitigen Kauf und Verkauf von Währungen können Kursgewinne erzielt werden. Diese Gewinne werden nicht mit Steuern belegt, sofern der Kontoinhaber eine Spekulationsfrist von einem Jahr beachtet. Bei Verzinsung des Währungskontos oder bei einer Nichtbeachtung der Spekulationsfrist hingegen fallen Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer an.

Währungsgewinne – Währungsverluste ausgewählter Devisen

In der folgenden Tabelle sind die Veränderungen ausgewählter Währungen zum Euro innerhalb der letzten 12 Monate angegeben. Die Daten stammen von der comdirect.de. Aktuelle Kurse können auf der comdirect Webseite unter Informer > Märkte > Währungen abgerufen werden.
Beispiele: Anleger, die am 12.03.2018 Euro verkauft und Australische Dollar (AUD) gekauft haben, hätten am 12.03.2019 einen Kursverlust von 1,68%. Wer vor einem Jahr Türkische Lira (TRY) gekauft hat, müsste 30,6% Kursverlust hinnehmen. Der Kauf von US Dollar hätte dagegen ein Plus von 8,53% ergeben.

Fremdwährungen Kursentwicklung zum Euro. Stand 12.03.2019. Bezugszeitraum: 12 Monate. Quelle: comdirect.de.

Währungspaar Gewinn/Verlust bei Anlage in Fremdwährung
EUR/AUD -1,68 %
EUR/CNY 2,80 %
EUR/DKK -0,14 %
EUR/GBP 4,33 %
EUR/HKD 8,38 %
EUR/JPY 4,70 %
EUR/CAD 4,36 %
EUR/NZD 2,20 %
EUR/NOK -1,78 %
EUR/PLN -2,59 %
EUR/RUB -6,24 %
EUR/SEK -4,01 %
EUR/CHF 2,81 %
EUR/SGD 5,65 %
EUR/ZAR -10,84 %
EUR/TRY -30,60 %
EUR/USD 8,53 %

Einlagensicherung

Vorweg: Die Bundesregierung hat mit Wirkung zum 3. Juli 2015 die Einlagensicherungsrichtlinie der EU (RICHTLINIE 2014/49/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES) in Form des Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) umgesetzt.

Danach sind Einlagen in der EU bis zu maximal 100.000 Euro pro Person gesichert, auch in anderer Währung als Euro:
Laut Einlagensicherungsgesetz (EinSiG):
7 Umfang und Berechnung des Entschädigungsanspruchs
(3) Die Deckungssumme nach § 8 bezieht sich auf die Gesamtforderung des Einlegers gegen das CRR-Kreditinstitut nach Absatz 2, unabhängig von der Zahl der Konten, der Währung und dem Ort, an dem die Konten geführt werden. Quelle: EinSig Entschädigungsanspruch

Diverse Sicherungssysteme

Der Konkurs der Kölner Privatbank Herstatt im Jahr 1974 war das Initial der deutschen Privatbanken, für deutsche Anleger einen Sicherungsfonds zu gründen – den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Was genau sind aber Einlagen und wie ist die Einlagensicherung definiert?

Als Einlagen im Sinne der Sicherung sind alle Gelder von Nichtbanken definiert, die bei einer Bank auf einem Konto hinterlegt sind. Dazu gehören Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie Sparbriefe und seit 2015 auch Einlagen auf Festgeldkonten. Für Sparkassen gilt eine erweiterte Absicherung, welche auch Schuldverschreibungen und eigene ausgegebene Zertifikate der jeweiligen Sparkasse mit einbezieht.

100.000 Euro pro Kunde

Grundsätzlich gilt in der EWR eine gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde. Für Kunden deutscher Banken und Sparkassen bieten die unterschiedlichen Sicherungsfonds der privaten Banken, Sparkassen und des Raiffeisenverbundes jedoch deutlich höhere Sicherheiten. Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Einlagensicherung ist Vorschrift, die Mitgliedschaft in den jeweiligen zusätzlichen Einrichtungen jedoch nicht. Eingeschlossen in die gesetzliche Mitgliedschaft sind Zweigniederlassungen ausländischer Institute, welche eine Haftung über das Mutterhaus mit Sitz im europäischen Ausland nachweisen können. Für Anleger hat sich die Situation erfreulicherweise dahingehend verbessert, weil seit 2015 außereuropäische Fremdwährungen unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen. Vor 2015 war das nicht der Fall.

Während einige Privatbanken eine unlimitierte Haftung zusichern, ist die aktuelle Einlagensicherung durch den Bundesverband auf 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank pro Anleger limitiert. Diese Obergrenze wird jedoch sukzessive auf 8,75 Prozent bis zum Jahr 2025 abgesenkt. Die Sparkassen und der Raiffeisenverband gewähren demgegenüber eine unbegrenzte Einlagensicherung, die im Fall der Volks- und Raiffeisenbanken auch noch nie zur Hilfestellung herangezogen werden musste. Nach der Herstatt-Pleite sah die deutsche Kreditwirtschaft eine Notwendigkeit, die Spargroschen ihrer Kunden gegen eventuelle Verluste, im Fall Herstatt aus Devisenspekulationen, abzusichern. Auf europäischer Ebene besteht erst seit 1997 eine Verpflichtung der Banken, eine gesetzliche Einlagensicherung zu garantieren. Das letzte Update erfolgte 2015.