Fremdwährungskonto – Vorteile, Nachteile & Tipps und kostenlos Angebote

Während versierte Anleger sich durchaus Gedanken darüber machen, wie sie ihr Kapital auch in anderen Währungen anlegen, kommen für die meisten Sparer üblicherweise nur Anlagen in Euro infrage. Hier stehen Tagesgeld und Festgeld ganz vorn in der Anlegergunst. Dabei ist ein Fremdwährungskonto eigentlich auch ein Tagesgeldkonto, nur mit dem Unterschied, dass die Währung eine ausländische ist. Damit folgt auch gleich die nächste, vermutlich bedeutendere Divergenz: das eingesetzte Kapital kann auch weniger werden. Währungen unterliegen zum Teil relativ großen Kursschwankungen, es gilt: Je exotischer die Devise, desto größer die Variabilität. Aber: auch die große Leitwährung, der US Dollar zeigt gegenüber fast allen Devisen in letzter Zeit eine hohe Variabilität. Für Anleger ein Vorteil: Üblicherweise ist ein Fremdwährungskonto kostenlos, die Kontoführung ist gebührenfrei.

Welche Fremdwährungen werden angeboten

Beliebte Fremdwährungen sind: der amerikanische Dollar (USD), der australische Dollar (AUD) und der japanische Yen (JPY), der neuseeländische Dollar (NSD) und aus Europa der als sicherer Hafen geltende Schweizer Franken (CHF), die norwegische Krone (NOK) und die schwedische Krone (SEK).

Anlagestrategien dauer bei Währungskonten

Fremdwährungskonten eignen sich aufgrund der Kostenstruktur beim Kauf nicht für den Intraday Handel oder für einen sehr kurzen Anlagehorizont. Anleger, die Kapital nur Short Term anlegen, nutzen dazu üblicherweise andere Finanzprodukte, wie Optionsscheine, Forex oder den CDF Handel. Diese Produkte kommen aber aufgrund von eingesetzten Hebeln nur für erfahrende Trader infrage. Sparer eröffnen ein Fremdwährungskonto meist mit dem Ziel, langfristig von Kursgewinnen zu profitieren und dazu vielleicht noch Zinsen zu erhalten.

Passive Anleger

Kontoinhaber, die sich nicht um die Devisenanlage kümmern wollen haben meist einen längeren Anlagehorizont als aktive Anleger. A. Diese Gruppe diversifiziert ihr Portfolio zu einem gewissen Prozentsatz in Devisen auf einem Fremdwährungskonto kurzfristige Kursgewinne stehen dabei nicht im Vordergrund. Es geht um eine langfristige Geldanlage um Kapital unterzubringen und eine Chance auf eine höhere Rendite als mit Staatsanleihen zu erhalten.

B. Bei dieser Anlegergruppe steht weniger das strategische Investment, als vielmehr ein Kursgewinn im Vordergrund.

Aktive Anleger

Bei dieser Kohorte geht es weniger um Laufzeit, als vielmehr um einen möglichst hohen Ertrag. Dazu beschäftigt sich der Investor aktiv mit dem Marktgeschehen und den vielen Einflussfaktoren auf das im Fremdwährungskonto gehaltene Währungspaar. Ist das avisierte Kursziel erreicht, wird die Fremdwährung verkauft.

Vorteile von Währungskonten

  • Diversifikation des Kapitals in einer Fremdwährung und Absicherung gegenüber möglichen Problemen des Euro (Eurokrise)
  • Potenzial auf Kursgewinne, in Abhängigkeit von der Laufzeit auch zweistellig
  • Relativ geringe Kaufkosten, wenn sich der Anleger vorab informiert und online ordert

Nachteil von Währungskonten

  • Währungskursverluste, auch schnell im zweistelligen Bereich möglich
  • Die Einflussfaktoren auf den Kursverlauf des Devisenpaares sind oft nur schwer einzuschätzen
  • Notenbanken können durch Presseerklärungen innerhalb von Minuten Währungskurse beträchtlichen beeinflussen

Angebote: Banken mit Fremdwährungskonten

Diese Banken bieten online Devisenkonten an: Benk, DAB, comdirect, Consorsbank, Maxblue, S Broker. Die Kontoeröffnung kann üblicherweise direkt auf der Webseite der Bank erfolgen. Bei einigen Banken ist es nicht möglich, Fremdwährungskonto als eigenständiges Produkt zu eröffne, es wird dann parallel ein Depot oder ein Girokonto mit eröffnet. Der Hintergrund dafür liegt darin, dass für die Abrechnungen der Währungstransaktionen ein weiteres Konto benötigt wird.

Größeres Angebot bei den Filialbanken

Das Angebot wird größer, wenn Filialbanken mit berücksichtigt werden. So können bei Filialen der von Deutschen Bank oder der Sparkasse entsprechende Devisenkonten eröffnet werden. Obwohl vielfach nachgefragt, ist es für Privatkunden nicht möglich, bei der Commerzbank, der HypoVereinsbank oder der ING DiBa ein Fremdwährungskonto zu eröffnen.

Einlagensicherung

Der Konkurs der Kölner Privatbank Herstatt im Jahr 1974 war das Initial der deutschen Privatbanken, für deutsche Anleger einen Sicherungsfonds zu gründen – den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Was genau sind aber Einlagen, und was versteht man unter Einlagensicherung?

Als Einlagen im Sinne der Sicherung sind alle Gelder von Nichtbanken definiert, die bei einer Bank auf einem Konto hinterlegt sind. Dazu gehören Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie Sparbriefe und seit 2015 auch Einlagen auf Festgeldkonten. Für Sparkassen gilt eine erweiterte Absicherung, welche auch Schuldverschreibungen und eigene ausgegebene Zertifikate der jeweiligen Sparkasse mit einbezieht.

Grundsätzlich gilt in der EWR eine gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde. Für Kunden deutscher Banken und Sparkassen bieten die unterschiedlichen Sicherungsfonds der privaten Banken, Sparkassen und des Raiffeisenverbundes jedoch deutlich höhere Sicherheiten. Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Einlagensicherung ist Vorschrift, die Mitgliedschaft in den jeweiligen zusätzlichen Einrichtungen jedoch nicht. Eingeschlossen in die gesetzliche Mitgliedschaft sind Zweigniederlassungen ausländischer Institute, welche eine Haftung über das Mutterhaus mit Sitz im europäischen Ausland nachweisen können. Für Anleger hat sich die Situation erfreulicherweise dahingehend verbessert, dass bis 2015 außereuropäische Fremdwährungen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung gefallen sind, dies nun aber der Fall ist.

Während einige Privatbanken eine unlimitierte Haftung zusichern, ist die aktuelle Einlagensicherung durch den Bundesverband auf 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank pro Anleger limitiert. Diese Obergrenze wird jedoch sukzessive auf 8,75 Prozent bis zum Jahr 2025 abgesenkt. Die Sparkassen und der Raiffeisenverband gewähren demgegenüber eine unbegrenzte Einlagensicherung, die im Fall der Volks- und Raiffeisenbanken auch noch nie zur Hilfestellung herangezogen werden musste. Nach der Herstatt-Pleite sah die deutsche Kreditwirtschaft eine Notwendigkeit, die Spargroschen ihrer Kunden gegen eventuelle Verluste, im Fall Herstatt aus Devisenspekulationen, abzusichern. Auf europäischer Ebene besteht erst seit 1997 eine Verpflichtung der Banken, eine gesetzliche Einlagensicherung zu garantieren.

Beispiele für Fremdwährungen

US Dollar, hier eine 100 Dollar Banknote. Der Dollar ist die beliebteste Fremdwährung