Spread – Spanne bei Kursen im Wertpapierhandel und bei Devisen

Spread -Erklärung und Tipps beim Wertpapier- und Devisenhandel Für den Profitrader ist es das tägliche Brot, der Neuling schaut dagegen erstaunt auf die Kurse: Ankauf und Verkaufskurs sind verschieden. Der englische Begriff Spread bedeutet im Finanzbereich Spanne oder Differenz von Kursen, mit besonderem Bezug zum Wertpapier- und Devisenhandel. Der Spread wird als Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines am Markt gehandelten Finanzprodukts definiert. Dabei kann es sich um Aktien, Fonds, Zertifikate oder andere Wertpapiere, aber auch um Devisen handeln

Fachleute unterscheiden die folgenden Arten: indikativer, maximaler, mittlerer, minimaler, maximal zulässige Spreads, absolute und relative Spreads, sowie Bid-/Ask Spread, Dealer und Market Spread. Dies ist nur eine Auswahl an Fachtermini, die beliebig erweiterbar ist. Die Angabe des Spread erfolgt entweder als absolute Zahl oder als Prozentzahl. Im Folgenden soll der für Transaktionen von Aktien und beim An- und Verkauf von Devisen auf Fremdwährungskonten relevanter Begriff Spread näher erläutert werden.

Berechnung

Der Spread wird berechnet, indem der Geldkurs vom Briefkurs abgezogen wird. Üblicherweise wird der Wert in Prozent angegeben.

Briefkurs – Geldkurs = Spread

 

Wertpapierhandel & Aktienhandel

Bei Handel von Aktien spielt der Spread eine große Rolle, denn dieser schwankt sowohl zwischen den Aktien als auch bei einer Aktie erheblich. Aktien, die einen hohen Umsatz an der Börse haben, werden üblicherweise mit einem geringen Spread von weniger als 0,3% gehandelt. Die Abbildung 1 zeigt den Spread im Abendhandel für der Alphabet Aktie.

Beispiel für den Spread bei einem Aktienkauf

Abb. 1: Spread (0,22%) der Alphabet Aktie (Google) im Abendhandel am 02.02.2019 auf Tradegate.

Im Extrem können Aktien die als Exoten bezeichnet und kaum Umsatzvolumen zeigen, mit einem Spread von 10% und noch höher belegt sein. Die Abbildung 2 zeigt die Differenz zwischen den Kauf- und Verkaufskursen der Aktie von Varengold.

Beispiel für den Aktienhandel mit einem großen Spread

Abb. 2: Spread (5,18%) der Alphabet Varengold (Google) im Abendhandel am 02.02.2019 auf Tradegate

Die Variabilität von Spreads ist aber nicht nur zwischen verschiedenen Aktien ausgeprägt, sondern existiert auch bei ein und derselben Aktie im Handelsverlauf eines Tages. Direkt zu Beginn des Xetra-Handels um 9 Uhr ist der Spread üblicherweise höher als im Durchschnitt des Handelstages.

Beispiel für Markqualität anhand von DAX-Spreads „at touch“ (= Der im Orderbuch an oberster Stelle angezeigte Bid/Ask-Spread)

Tab. 1: Spreads beim DAX. Quelle: Xetra.com

Rang Handelsplatz Spread (bps)
1 XETR (Xetra) 4,04
2 CHIX (Chi-X) 4,76
3 AQXE (Aquis) 5,57
4 BATE (BATS) 6,74
5 TRQX (Turquoise) 7,22

Als Anfänger können die Zusammenhänge am besten in einem Musterdepot beobachtet werden. Durch fiktive Transaktionen können die Kursdifferenzen erfahren werden.

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Einflussfaktoren

Was sind die wesentlichen Faktoren, die den Spread beeinflussen? Dazu gehören die Liquididtät und Volatilität einer Aktie oder eines Wertpapiers, der Handelsplatz (Abbildung 3) und weitere Größen.

Vergleich der Spreads verschiedener Handelsplätze
Abb. 3: Vergleich der Spreads an den Handelsplätzen Xetra, CHIX, AQXE, BATE und TRXQ. Quelle: Xetra Marktqualität

Der Bid-Ask-Spread stellt als Differenz einen Gewinn für den Broker oder Market Maker dar, der die Transaktion abwickelt. Diese Spanne entspricht im Wesentlichen Angebot und Nachfrage eines bestimmten Vermögenswerts, einschließlich Aktien. Die Angebote spiegeln die Nachfrage wieder, während der Briefkurs das Angebot widerspiegelt. Der Spread kann viel breiter werden, wenn einer den anderen überwiegt.

Liquiditätsauswirkungen auf Bid-Ask-Spreads

Es gibt mehrere Faktoren, die zur Differenz zwischen Geld- und Briefkurs beitragen. Der offensichtlichste Faktor ist die Liquidität eines Wertpapiers. Dies bezieht sich auf das Volumen oder die Anzahl der täglich gehandelten Aktien. Einige Aktien werden regelmäßig gehandelt, während andere nur mehrmals am Tag gehandelt werden.

Spread im Handel mit Devisen & Fremdwährungen

Im globalen Handel mit Devisen ist der Spread die Differenz zwischen dem Kurs zu dem eine Fremdwährung angekauft und verkauft wird. Bei einer Preisnotierung der Devisenkurse zahlt der Käufer einer Währung den Briefkurs, der höher ausfällt als der Geldkurs, zu dem der Besitzer die Devisen wieder verkaufen kann. Gleichzeitig stellt der Spread den Gewinn eines Devisenhändlers oder einer Bank dar. Ein hoher Spread verringert den Gewinn eines Anlegers, der mit dem Forex Trading Geld verdienen möchte.

Wenn der Kontoinhaber eines Fremdwährungskontos Euro auf sein Konto überweist, rechnet die kontoführende Bank den Überweisungsbetrag in die Kontowährung um. Dem Bankkunden wird dabei der Geldkurs berechnet, da es sich seit dem 1. Januar 2009 bei der Angabe der Währungskurse um eine Mengennotierung handelt und die Bank Euro ankauft, damit der Kunde Devisen erhält. Soll später eine Rücküberweisung auf das Eurokonto des Kunden erfolgen, wird der Betrag zum Briefkurs umgerechnet, da die Bank Euro an den Kontoinhaber verkauft. Selbst wenn sich die Devisenkurse in der Zwischenzeit nicht geändert haben, erhält der Kunde durch den Spread einen geringeren Eurobetrag zurück, als er ursprünglich überwiesen hat.

 

 

Verweise

Dachsel O., Funke S., Klipp R.,  Petersen I., 2006:  – Seminararbeit „Zur Evidenz von Empirischen Spread-Modellen

Chung K., et al, 1995: Production of information, information asymmetry, and the bid-ask spread: Empirical evidence from analysts‘ forecasts. Link

McInish T., Wood R., A., 1992: An Analysis of Intraday Patterns in Bid/Ask Spreads for NYSE Stocks.
The Journal of Finance 47(2):753-64. Link

Das Verhalten zeitgewichteter Geld-Brief-Spreads über den Handelstag wird untersucht. Die Auftragung der Spreads pro Minute gegenüber der Tageszeit hat ein grobes umgekehrtes J-förmiges Muster. Schwartz identifiziert vier Determinanten der Spreads: Aktivität, Risiko, Information und Wettbewerb. Unter Verwendung eines linearen Regressionsmodells wird eine signifikante Beziehung zwischen diesen gleichen Faktoren und den Intraday-Spreads gezeigt, aber Dummy-Variablen für die Tageszeit haben eine umgekehrte J-Form. Bei gegebenen Werten der Aktivität, des Risikos, der Informationen und des Wettbewerbs sind die Spreads zu Beginn und am Ende des Tages relativ zur inneren Periode höher.

Stiftung Warentest – nachmittgs günstiger handeln. Link